Wir lassen uns nicht abziehen!

Keine Streichungen der Kinder-, Jugend- und Sozialeinrichtungen in Pankow!

Pankow ist pleite !

Mitte November 2008 wurde bekannt gegeben, dass für 47 Kinder- und Jugendeinrichtungen im Großbezirk Pankow mit Beginn des Jahres 2009 wegen der anstehenden Haushaltssperre keine Förderung mehr möglich sei. Von der aktuell noch gültigen Haushaltssperre, die der Bezirk aufgrund einer Vorgabe des Senats beschlossen hat, sind Jugendfreizeiteinrichtungen, Abenteuerspielplätze, Kinderbauernhöfe, Schülerclubs, Schulstationen etc. in ganz Pankow betroffen. Diese werden zur Zeit von rund 3000 Jugendlichen und Kindern genutzt. Die Schließung der Einrichtungen konnte zunächst aufgrund des massiven Protestes verhindert werden, 2010 wird sich jedoch die gleiche Situation stellen. Die Verschuldung des Bezirks von derzeit ca. 32 Millionen Euro entstand in den Jahren 2002 und 2005.

Und wer kriegt die Quittung ?

Wir, die Menschen die in den Bezirken wohnen, sollen jetzt hinnehmen, dass soziale Einrichtungen gekürzt werden, damit mit dem dort eingesparten Geld ein winziger Teil der Schulden beglichen werden kann. Wir sollen die Zeche zahlen, indem wir und unsere Kinder auf notwendige Freizeit und Kulturangebote verzichten sollen. Betroffen sind wir alle! Mit jeder Stelle, die gestrichen wird, mit jeder sozialen Einrichtung, die geschlossen wird, sinkt die Lebensqualität aller.

Was können wir tun ?

Uns bleibt die Möglichkeit, uns für unsere Interessen einzusetzen und deutlich zu machen, dass wir uns nicht den finanziellen Zwängen unterwerfen. Die Gestaltung unseres Lebens funktioniert am besten, wenn wir uns einmischen und zeigen, was wir wollen: Selbstbestimmung statt Bevormundung, Kultur statt Kahlschlag, Vielfalt statt Verdrängung. Als Antwort auf die Kürzungspläne formierte sich Mitte November 2008 das „Pankower Aktionsbündnis für Kinder und Jugendliche“ (PAKJ), an dem sich sehr viele betroffene Einrichtungen beteiligen. Bereits 2008 konnte durch Aktionen und Engagement vieler verschiedener Menschen eine Streichung der Fördermittel für 2009 verhindert werden. Allerdings wurde nur ein Aufschub um 6 Monate erreicht, die Finanzierung der Einrichtungen für 2010 ist weiterhin fraglich.

Wir wollen und können nicht hinnehmen, dass sich für unsere Einrichtungen alle halbe Jahre wieder die zermürbende Frage stellt, ob es überhaupt weitergehen kann. Um zu zeigen, dass wir da sind, dass wir uns für unseren Bezirk, die Jugendclubs und alle anderen Einrichtungen engagieren und um mehr Menschen auf die Situation aufmerksam zu machen, veranstalten wir am 29. Mai auf dem Helmholtzplatz ein Hiphop-Openair und am 19. Juni eine Parade für den Erhalt der Kinder-, Jugend- und Sozialeinrichtungen. Und natürlich für eine vielfältige und widerspenstige Kiezkultur! Wir sind laut, wir sind viele und wir sind entschlossen, zu zeigen, dass wir das nicht länger hinnehmen werden. Wir freuen uns über jede Art der Unterstützung. Tut was in euren Möglichkeiten liegt, um auf die Kürzungen aufmerksam zu machen. Damit auch in Zukunft noch Kinder-, Jugend- und Sozialarbeit gemacht werden kann, die die Menschen in diesem Bezirk brauchen. Damit unsere Kids nicht gezwungen sind auf der Straße rumzuhängen, damit alte Menschen nicht allein und vergessen in ihren Wohnungen bleiben müssen. Damit alle vielfältige Möglichkeiten haben ihre Freizeit zu gestalten. Damit kranken Menschen geholfen wird. Damit auch Leute mit wenig Geld Freizeit- und Kulturangebote nutzen oder selbst gestalten können und nicht nur jene, die es sich leisten können. Für uns alle!

Sozial- und Jugendarbeit braucht finanzielle Förderung und braucht Menschen, die hauptberuflich dafür arbeiten. Wir können nicht hinnehmen, dass diese wichtige Leistung auf ehrenamtliche Helfer abgewälzt wird. Wir wollen nicht in einer Stadt leben, in der man ohne Kohle auf der Strecke bleibt. Kommt zum Helmi, kommt auf die Parade und bringt alle mit, die ihr mitbringen könnt!

29. Mai 2009 | Hip-Hop-Openair | 16 Uhr | Helmholtzplatz | P-Berg

Bands:
Damion Davis [SpokenView] – http://www.myspace.com/damion4real
Schlagzeiln [Pgasuz Basement] – http://www.myspace.com/schlagzeiln
Pilskills [Chefhain] – http://www.myspace.com/pilskills
V-Mann aka Hiob [SpokenView] – http://www.myspace.com/hieronymuz81
Jenz Steiner [Der King vom P-Berg] – http://www.myspace.com/reifenwechsler
Zloty Pippen & Derik [Jonni Botten] – http://www.myspace.com/jonnibotten

19. Juni 2009 | Kiezparade | 18 Uhr | Mauerpark | P-Berg
Redebeiträge, Musik, Soundsystems…

Informationen unter:
http://pankow-in-aktion.de/


5 Antworten auf “Wir lassen uns nicht abziehen!”


  1. 1 anselm weidner 18. Juni 2009 um 20:55 Uhr

    wer sich nicht wehrt, lebt gefährlich!
    Bin mit Freunden bei der Kiezparade sicher dabei
    und freue mich auf die Vielen, die sich endlich
    querstellen. ‚Im Kapitalismus war ja auch nicht
    alles schlecht‘, dieses Transparent von einer Demo
    im Winter wäre nur zu ergänzen durch ‚Der Markt
    reguliert fast nichts – jedenfalls nicht für ein
    menschenwürdiges und den Planeten respektierendes
    Leben -mit den notwendigen Kinder-, Jugend- und Sozial-
    einrichtungen.
    Solidarische Grüße,
    Anselm Weidner

  2. 2 rote barikade 19. Juni 2009 um 15:34 Uhr

    lasst uns gemeinsam die castingallee zerlegen…randale o o

  3. 3 schwarze barikade 19. Juni 2009 um 16:02 Uhr

    @rote barikade:

    jup das ist genau der Stil für den die Kiezparade nicht organisiert wurde. vielleicht nutzt du einfach na andere gelegenheit dafür und gibst den Kids aus den Einrichtungen auch mal die Gelegenheit zu demonstrieren.

  1. 1 « Pankower Aktionsbuendnis für Kinder und Jugendliche Pingback am 02. Juni 2009 um 19:01 Uhr
  2. 2 19.6.: Wir stellen uns quer! | schulstreik-berlin.de Pingback am 17. Juni 2009 um 22:52 Uhr
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